reisen spanien
Nichts läßt darauf schließen, wenn man die weite Ebene zwischen Valladolid und Salamanca durchquert, daß in der Nähe eine Oase von solcher Schönheit existiert.   
Befindet man sich aber einmal in Salamanca und fährt in Richtung Portugal oder Sierra, machen die
Weizenfelder weiten hügeligen Wiesen mit Korkeichen und deren typischer Silhouette platz:
Das ist der "Campo Charro", hier leben die Stiere, die für die Corrida gezüchtet werden fast in
Freiheit neben den schwarzen Schweinen, aus denen die berühmten Schinken und Chorizos gemacht werden.
cerdos ibericos
Und man kommt in der Sierra de francia...

...an und stellt die Zeit zurück: man sieht die Bergdörfer mit ihren Fachwerkhäusern, ihren kleinen engen Gassen, Esel und Maultiere die aus Brunnen trinken bevor sie die terrassierten Weinberge bearbeiten. Großmütter sitzen vor dem Haus und klöppeln wunderschöne Spitze, Wein und Chorizo wird noch nach althergebrachten Methoden hergestellt und man trifft auf Obstbäume und Wasser.

Das Wasser ist überall und läßt alles wachsen: Trauben, Äpfel, Birnen, Pfirsiche, Pflaumen, Feigen und Gemüse aller Art.
Es fließt aus Brunnen, brodelt in Wildbächen in dem von ihm ausgewaschenen Tälern. Man trinkt es, badet darin, das Wasser kommt aus der Sierra...
Die Sierra de Francia, man bräuchte ein ganzes Buch um sie in ihrer Vielfalt und Fülle zu beschreiben.
   Wir beginnen mit ihrer geographischen Ausdehnung: Von der Peña de Francia und ihren 1723 Metern Höhe bis zum Fluß Alagón auf 500 Metern, trifft man auf ein Labyrinth von bizarren Bergformationen und engen Schluchten, so daß der Mensch hier ganz klein erscheint.

Auch das Klima und die Vegetation weisen eine große Vielfalt auf: aufgrund des speziellen Bergreliefs, trifft man auf sehr verschiedene klimatische Bedingungen: es genügen oft wenige Kilometer um von einem mediterranen Klima, begleitet von Macchia und Buschland, auf ein atlantisches Klima zu stoßen. Hier gedeihen Eichen, Kastanien und Eschen, man baut Wein und Kirschen an, aber ein bißchen weiter wäre der Anbau dieser Früchte problematisch, da späte Fröste die Ernte beeinträchtigen können.   
Vielfältig ist auch die Bevölkerung und deren Sitten und Gebräuche: dies erklärt sich vor allem durch Invasionen, Kriege und religiöse Verfolgungen; die muselmanische, jüdische und christliche Kultur verschmolz hier zu einer interessanten Mischung, deren Spuren sich in der Technik des Ackebaus und der Bewässerung finden, ebenso wie in der Architektur, dem Städtebau und nicht zuletzt im Charakter der einzelnen Bewohner. Bewohner von denen mit Sicherheit einige französische Wurzeln haben aufgrund der Wiederbevölkerung dieser Region durch ein französisches Kontingent nach der Wiedereroberung durch die Sarrasiner. Das ist auch mit Sicherheit die wahrscheinlichste Erklärung für das Wort "Francia" in einigen Ortsangaben der Gegend (Sierra de Francia, Peña de Francia, río Francia, Nava de Francia..) sowie der Familiennamen wie Gascón (Gascogne) oder Martín.
L a Alberca ist natürlich das bekannteste Dorf mit den meisten Touristen unter den als historisch wichtig eingestuften Ortschaften. Aber die anderen laden ebenfalls zu einem Abstecher ein, sind sie 
doch sicherlich nicht weniger ursprünglich und beeindruckend: Miranda del Castañar, ein Dorf mit einer Festung um seine Burg herum, Mogarraz mit seinen geheimnisvollen religiösen Inschriften an den Türen seiner Häuser, San Martín del Castañar und sein Bergfried. Alle, selbst die kleinsten nicht aufgeführten Dörfchen, sind einen Besuch wert.

 
Copyright © 2004 by Frédéric CREUSOT